Völlig losgelöst von der Sprache

Physik auf Deutsch kann so ätzend sein, es sei denn, man lässt mal die Schwerkraft der Sprache hinter sich, unter sich, und vergisst vor lauter Begeisterung, dass Deutsch kompliziert wirken kann, um gemeinsam abzuheben. Auf jeden Fall ist Christian Brills Art sprachsensiblen Unterricht in Naturwissenschaften zu gestalten, erfahr- und erlebbar und insofern ein Modell für Unterrichtsfächer, die sich öfter mal loslösen wollen und müssen von der vergleichsweise trockeneren Arbeit mit den Fachzielen im Klassenzimmer in deutscher Sprache.

NASA-Astronauten Paul Scott ,,Paco” Lockhart und Klaus von Storch mit Schülern der 8. Klasse der DS Santiago

Um vor dem Schuljahresende noch einmal so richtig die Schüler in stabile Umlaufbahnen zu katapultieren, in denen sich alles um die Physik und ihre Wunder dreht, entschied sich der bekennende Roboter-Bauer Christian Brill in diesem Jahr dazu, mit den Schülern der 8. Klassen Wasserraketen zu basteln. Hierzu wurden Vokabeln im Unterricht vorentlastet und mit dem Fach Technologie gemeinsam Startvorrichtungen und Raketen konstruiert.

Schüler der 8. Klasse der DS Santiago beim Starten einer Wasserrakete

Die zu rund einem Drittel mit Wasser gefüllten Raketen wurden mit 3 Bar Luftdruck aufgepumpt und erreichten nach dem Start eine Höhe von 50 bis 60 Metern. Kim Jong Un und Donald Trump haben nicht angerufen und gedroht, dass ihre Knöpfe größer wären, was für den grundsoliden Aufbau der DS-Raketen spricht. Auch China und Russland mobilisierten keine Truppen und das rote Telefon unseres Schulleiters Dr. Markus Stobrawe bimmelte nicht. Einzig hör- und spürbar war die gespannte Begeisterung der Schüler vor und während der Raketenstarts, die druckvoll zischenden Geräusche der Wasserrückstöße und die Aufschläge der Raketenkörper bei den Landungen, gefolgt vom jeweiligen Aplaus und Jubel der Startgruppen. Mit Stoppuhren wurden die Flugzeiten gemessen, verglichen werden konnten Raketen mit Schwerpunkt in der Spitze und Raketen ohne Schwerpunkt sowie die unterschiedlichen aerodynamischen Flügel, die angeklebt waren.

Das Beste am Wasserraketen-Abschusstag war, dass Klaus von Storch, erster Astronautenanwärter Chiles und sein Kollege Paul Scott ,,Paco” Lockhart, ISS-Expeditionsleiter und NASA-Astronaut, zu Gast waren. Beide haben eine Ausbildung in den USA erhalten uns redeten Deutsch mit den Schülern. Lockhart tat das unter großartiger sympathischer Sensibilität und Anstrengung zugleich und begeisterte sein Publikum dadurch nicht nur inhaltlich. Klaus von Storch sprach daneben eher wie selbstverständlich auf Deutsch und da erlebte man in der Kombination der beiden Weltraum-Veteranen, was Sprache manchmal wie von selbst tut, ohne dass es jemand bemerkt, dass sie nämlich in den Hintergrund treten kann, dass sie sich hin und wieder verdrückt, verschwindet, abtaucht… und der Inhalt dann zum Erlebnis wird und zur Erinnerung und Erfahrung.

Auf diesem Blog hier wollen wir hier gemeinsam Schreibenden über unser eigenes Lernen als Lehrerinnen und Lehrer reflektieren und diese Erfahrungen teilen. Für den Deutschsprachigen Fachunterricht (DFU) war der ,,Raketen-Tag” der DS insofern eine wertvolle Erfahrung für unsere DFU-Lehrer, weil sich einmal mehr zeigte, dass der handlungsorientierte Unterricht super geeignet ist, die Motivation für das Fach trotz Fremdsprache zu erhöhen. Immer wieder hört man die Redewendung, das Leben sei zu kurz, um Deutsch zu lernen. Aber es ist anders, es ist eher so, dass das Leben zu kurz ist, um sich von Sprachbarrieren aufhalten zu lassen.

Unsere Schülerastronauten und ihr Physiklehrer sind heute mit ihrem Deutsch nicht auf dem Mond gelandet, nein, ihnen ist etwas anderes Sinnvolles gelungen. Sie haben sich von ihren Sprachhindernissen befreit und vergessen, dass sie auf Deutsch kommunizieren, um etwas Spannendes zu erleben und das war lehrreich und schön zu beobachten.

und nun, was?

In den nächsten Tagen werde ich mich mit multiplen Intelligenzen nach Gardner beschäftigen. Ich gehöre beruflich zu eine Arbeitsgruppe in der Goethe Schule Buenos Aires, die zu diese Theorie fortgebildet wird.  Das Ziel ist autonomes lernen unserer Schüler zu fordern.

So die Aufgabe bezieht sich auf  eine sogenannte “paleta de inteligencias múltiples” im Unterricht einzusetzen.

(c) https://www.pexels.com/photo/art-artistic-bright-close-up-268435/

 

Mein Ziel ist die Dokumentierung der Planung und die einsatz diese Palette im Unterricht.

Gute Ideen: Rundreise-blog

Beobachten – erfassen – reflektieren – teilen – amplifizieren.

Diese Sequenz kann man genau so in einem grupalen Blog umsetzen. Unsere Schüler der 10. Klasse reisen für zwei einhalb Monate nach Deutschland, erst als Schüleraustausch, dann auf einer gemeinsamen Rundreise durch Deutschland.

Ich will/werde/hoffe eine grupale Blog aufzustellen, in der wir gemeinsam diese fünf Wörter Sequenz visualizieren.

Beobachten: Sinn der Rundreise ist ja u.A. Deutschland kennerzulernen. Beobachten ist ein natürlicher erster Schritt.

Erfassen: Hier muss man sich noch weitere Gedanken machen: Photos von Schülern an bestimmten Orten? Photos von interessanten Gebäuden? Photo des Tages? Oder Videos? oder “damals-heute Photo“?

Reflektieren: Von den vielen Photos oder Videos, was ist das Beste? Warum? In welchem Sinn? Was möchte ich damit sagen? Was kann ich zu dem Photo noch ergänzen? usw.

Teilen: Wieder ein natürlicher Schritt als Blog. Einer unserer Zielgruppen ist natürlich die Eltern der Schüler, was man wiederum beim reflektieren berücksichtigen sollte.

Amplifizieren: Kann so ein Blog anderen deutschen (oder nicht deutsche) Schulen nützlich sein? Oder zukünftige Schüler?

Wie ihr seht, habe ich eigentlich mehr Fragen als Antworten, aber die längste Reise fängt immer mit einem ersten Schritt und ich glaube der erste (Baby)Schritt ist schon getan.

Medienscouts

Die Site bietet Informationen zum – ursprünglich – vom Land NRW gesponserten Projekt “Medienscouts”, bei dem es darum geht, dass Schülerinnen und Schüler zu Experten in Bereich “Medien” ausgebildet werden und ihren Mitschülerinnen und Mitschülern bei Problemen helfen oder auch schon präventiv arbeiten (z.B. im Sinne von Workshops für Klassen etc.)

Hier ein Link zum Projekt Medienscouts.

Erklärfilm-Wettbewerb der DS Santiago – Materialien

Anbei findest du Materialien der Deutschen Schule Santiago für die Initiierung eines Erklärfilm-Wettbewerbs an deiner Schule. Danke schon vorab für Rückmeldungen, Tauschmaterialien, Anmerkungen und Anregungen aller Art!

2017 wurden 44 Erklärvideos eingereicht, die auf Deutsch Unterrichtsinhalte thematisierten. In der Auswahl-Jury für die Gewinnervideos waren Schüler und Lehrer beteiligt. Hier die drei Gewinnervideos in einem zeitgerafften Zusammenschnitt, der am Acto Civico zum Schuljahresende 2017 vor der Schulgemeinschaft gezeigt wurde. Die Top-Platzierten wurden am Acto prämiert und gewannen einen Tag Klettern mit Freunden. Darüber drehten sie wieder ein Video…

Materialpool

Filmwettbewerb – Infomail – Deutsch-2a594g9

Filmwettbewerb – Infomail – Spanisch-1ur8s92

Filmwettbewerb – Präsentation für Ori – Deutsch-2jt3qyu

Filmwettbewerb – Präsentation für Ori – Spanisch-1264wow

Film-Wettbewerb Konzept-12121xl

Plakat Hochformat-1ml6xhp

Plakat Oskarverleihung-14crudf

Wir sind nicht allein!

Vielleicht sollten wir mal mit offenen Augen durch die Schule laufen. Ich bin mir sicher, dass in Bezug auf die Digitalisierung des Unterrichts an unseren Schulen schon Dinge passieren, von denen wir nur nicht so viel mitbekommen. Das kann ein besonders medienaffine Kollegin sein, die die Benutzung digitaler Werkzeuge schon lange in ihren Unterricht integriert hat, oder der Schüler, der die Arbeitsaufträge der Lehrer auf eigene Faust und dank autonom erworbener Kenntnisse mit digitalen Medien umsetzt. Ich glaube, wenn man sich findet, kann man viel voneinander lernen.